Gloria & Gloriette - Die Kamera










Argo OV





USA 2012
Regie: Ben Affleck
Darstellende: Ben Affleck, John Goodmann, Alan Arkin, uva.
Laufzeit: 120 Minuten

Es ist eine wahre Geschichte, die ÔÇ×ArgoÔÇť erz├Ąhlt, unglaublich, schrill, aus den Archiven der C.I.A. schon vor fast zwanzig Jahren freigegeben. Aber erst jetzt griff Hollywood zu. Das ist verbl├╝ffend, denn die Geschichte hat alles, was der Mainstream liebt: Spannung im Gro├čen und Gef├╝hlsverwirrungen im Kleinen, Tempo, Witz und jenes Ma├č an Unglaublichkeit, das aus einer wahren Geschichte erst einen vern├╝nftigen Kinofilm macht.
Am Anfang sehen wir Szenen, die keine Dokumentaraufnahmen sind, aber t├Ąuschend wie solche aussehen. Eine w├╝tende Menge st├╝rmt die amerikanische Botschaft in Teheran, Schilder mit Chomeini-Bildern werden in die Luft gesto├čen, der Schah und seine amerikanischen Freunde verflucht. Es ist der 4. November 1979, und was folgt, ist unter dem Titel ÔÇ×Iranische GeiselkriseÔÇť in die Geschichte eingegangen. Zweiundf├╝nfzig Amerikaner wurden f├╝r 444 Tage in der Botschaft in Geiselhaft gehalten. Doch f├╝nf Angestellte des Au├čenministeriums (ein sechster kam sp├Ąter hinzu) konnten sich aus der Botschaft schleichen und im Haus des kanadischen Botschafters Unterschlupf finden.
Wie bringt man sie von dort nach Hause? Das ist die Frage, die der Mann der C.I.A. f├╝r solche F├Ąlle, Tony Mendez (zur├╝ckgenommen bis zum Verblassen: Ben Affleck), l├Âsen muss. Nachdem der Vorschlag seines Vorgesetzten, die Leute als Lehrer zu verkleiden oder auf dem Fahrrad durch die verschneiten Berge in die T├╝rkei radeln zu lassen, verworfen wurden, blieb von den unbrauchbaren Ideen die verr├╝ckteste ├╝brig: die sechs Amerikaner als kanadisches Filmteam auszugeben, das in Iran einen Film vorbereitet.
Wie der C.I.A.-Mann in Hollywood Verb├╝ndete findet, n├Ąmlich jenen Produzenten, der alles schon gesehen und gemacht hat, au├čer die Produktion eines Films vorzut├Ąuschen, und einen Make-up-Spezialisten (umwerfend: John Goodman), der f├╝r eine Art persisches Science-Fiction- ÔÇ×TronÔÇť die Figuren modellieren soll, wie der falsche Film besetzt wird, die ganze Preproduction in Gang kommt, wie ├Âffentliche Drehbuchlesungen veranstaltet werden, das ist von hoher Komik, Selbstironie und tiefer Wahrheit. L├╝gen ist ihr Gesch├Ąft, das wissen der Produzent, der Make-up-K├╝nstler, der C.I.A.-Mann.
Das ist eine gute Voraussetzung f├╝r diese geheime Befreiungsaktion, bei der, auch dies erstaunlich, damals niemand zu Schaden kam. Das Ganze muss derartig wie am Schn├╝rchen geklappt haben, dass Affleck am Ende den Boden der Tatsachen verl├Ąsst und noch mal Spannung ins Spiel bringt, wozu die Karikatur-Iraner, die revolution├Ąr die Z├Ąhne fletschen, eigentlich gar nicht n├Âtig gewesen w├Ąren. Wenn man nicht h├Âllisch aufpasst, landet man in Hollywood schnell wieder bei den Klischees.
Affleck jedenfalls, dessen dritter Film als Regisseur dies ist, wei├č, wie Hollywood funktioniert. Er wusste es immer schon. Sein erster Kurzfilm von 1993 hie├č: ÔÇ×I Killed My Lesbian Wife, Hung Her on a Meat Hook, and Now I Have a Three-Picture Deal at DisneyÔÇť. Q: FAZ

Ausgezeichnet mit 3 Academy Awards (OSCAR(R))


     

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GLORIA FTB GmbH, Heidelberg.
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