Gloria & Gloriette - Die Kamera










Au Fil d´Ariane (Café Olympique) - franz. OmU





Frankreich 2014
Regie: Robert Guédiguian
Drehbuch: Robert Guédiguian und Serge Valletti
Darsteller: Ariane Ascaride, Jacques Boudet, Jean-Pierre Darroussin, Anais Demoustier, Youssouf Djaoro

Filme über Frauen, die aus dem Alltag ausbrechen, gibt es in großer Zahl, doch dieser hier hat einen ganz eigenen Charme, etwas Besonderes, das ihn aus der Masse heraushebt. Nicht nur, weil er so leicht erzählt ist und ohne Holzhammer und Schulmeisterei auskommt, sondern auch, weil Robert Guédiguian den Spagat zwischen Fantasie und Wirklichkeit wagt und schafft, der hier so etwas ist wie der verständliche Wunsch, mal ein bisschen auszuflippen und fünfe gerade sein zu lassen. Dabei ist es vollkommen irrelevant, ob seine Hauptfigur eine Frau oder ein Mann ist. Möglicherweise hat Guédiguian als Mann einen Frauenfilm gedreht, aber vielleicht hat er auch einen Männerfilm gemacht, in dem zufällig eine Frau die Hauptrolle spielt. Wie dem auch sei: Seine Ariane beweist sich selbst und ihrem Publikum, dass mehr in ihr steckt, als sie selbst glaubt. Sie ist plötzlich imstande, spontane Entschlüsse zu treffen und mit den Folgen klarzukommen, auch wenn sie zwischendurch – weil sie beklaut wurde – wie ein Schachtelteufelchen auf- und niederhüpft. Die bizarren Situationen, in die sie gerät, zeugen von einem erfreulichen Sinn für Albernheit der Autoren und gleichzeitig vom Willen, in Andeutungen und Gleichnissen zu sprechen. Da wimmelt es von Symbolen, die vielleicht gar keine sind: die Schildkröte, Tierpräparate in einem Museum, Anspielungen auf die Antike...


     

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