Psychoanalyse & Film

Psychoanalyse & Film

Der Titel dieser Filmreihe ist durchaus programmatisch: Psychoanalytiker und Psychoanalytikerinnen kommentieren Filme. In langjähriger Tradition präsentieren wir monatlich einen ausgewählten Film ihrer Wahl. Unter psychologischen und -analytischen Gesichtspunkten werden die Filme von den Expertinnen und Experten betrachtet und vorgestellt. Der kurzen Einführung direkt vor Filmstart folgt im Anschluss an die Vorstellung eine ausführliche Analyse und die meist rege Diskussion mit dem Publikum.

 

kommende Filme der Vortrags- und Filmreihe:

 

SUCHT UND SEHNSUCHT - Filmnacht zum Thema Alkoholabhängigkeit am Mittwoch, 30.04. ab 18:00 Uhr

Wir zeigen zwei Filme, die unterschiedliche Aspekte und Ursachen der Alkoholabhängigkeit bei Frauen und Männern thematisieren.

Begrüßung durch Eva Leichmann, Kommunale Suchtbeauftragte der Stadt Heidelberg

Fingerfood und alkoholfreie Getränke in der Pause zwischen den Filmen inklusive.

Mit dieser Filmnacht feiern wir auch das 25-jährige Jubiläum der Filmreihe

Vorverkauf läuft

 

ONE FOR THE ROAD

Gratwanderung zwischen Rausch und Absturz
vorgestellt von D. Nakhla

D 2023 | Regie: Markus Goller | 115 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Frederick Lau, Nora Tschirner, Burak Yiğit, Friederike Becht, Godehard Giese, Nina Kunzendorf, Henning Peker, Eva Weißenborn, Lena Schmidtke, Rafael Stachowiak

In einer Welt, in der es eher einen Grund braucht, nicht zu trinken, ist Mark (Frederick Lau) der ungekrönte König. Scheinbar spielend leicht jongliert er sein Leben zwischen einem fordernden Job als Bauleiter einer Berliner Großbaustelle, ausgelassenen Geschäftsessen und ausufernden Streifzügen durch das Berliner Nachtleben. Als er eines Nachts im Rausch sein Auto umparken will, passiert es: Polizeikontrolle, Schein weg, MPU am Hals. Mark wettet mit seinem besten Freund Nadim (Burak Yiğit), dass er es schafft, so lange keinen Alkohol zu trinken, bis er seinen Führerschein wiederbekommt. Als Mark im MPU-Kurs Helena (Nora Tschirner) kennenlernt, findet er in ihr seine „Partnerin in crime“. Ist er sich anfangs noch bombensicher, dass das alles ein Spaziergang wird, stellt sich die Wette langsam immer mehr als ein langer, steiniger, oftmals durchaus lustiger, aber manchmal auch wirklich harter Weg heraus. Wie gibt man vertraute Gewohnheiten auf und gesteht sich ein, dass man ein echtes Problem hat? Der Weg zurück zum eigenen Selbst ist alles andere als leicht...

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THE OUTRUN

Ein einsamer Befreiungskampf von der Sucht
vorgestellt von J. Weber

D/GB 2024 | Regie: Nora Fingscheidt | 120 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Saoirse Ronan, Paapa Essiedu, Stephen Dillane, Saskia Reeves

Nach mehr als einem Jahrzehnt kehrt Rona (Saoirse Ronan) in ihre Heimat auf den entlegenen Orkney Inseln zurück. Während sie die einzigartige  Landschaft, in der sie aufgewachsen ist, wiederentdeckt, vermischen sich ihre Kindheitserinnerungen mit der letzten, von Sucht geprägten Zeit. Ihr damaliger
Aufbruch in die Stadt und die folgenden ausschweifenden Jahre in London endeten in einem schmerzhaften Absturz. Doch nach und nach wird die Begegnung mit der rauen Natur der Inseln zu einer Chance auf ein neues Leben.

 

THE ZONE OF INTEREST

am Mittwoch, 28.05.25, 20:00 Uhr

Hörbares Grauen. Die familiäre Seite der Vernichtung
vorgestellt von Ludwig Janus

GB/PL/USA 2023 | Regie: Jonathan Glaser | 105 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Sandra Hüller, Christian Friedel, u.v.a.

Der in deutscher Sprache gedrehte Film beleuchtet die Schrecken des Holocaust aus der Perspektive von Rudolf und Hedwig Höß, dem Kommandanten von Auschwitz und seiner Familie, die in ihrem Bilderbuchheim Mauer an Mauer mit dem Vernichtungslager ein äußerst privilegiertes Leben führen.

Rudolf Höß wird portraitiert von Christian Friedel („Elser“). In der Rolle von Höß‘ Frau Hedwig überzeugt erneut Sandra Hüller („Anatomie eines Falls“)

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, dem Untergang des Nationalsozialismus, wird darüber diskutiert und gestritten, wie der Holocaust in der Kunst abgebildet werden kann. Der britische Regisseur Jonathan Glazer hat in seinem brillanten, experimentellen Film eine besondere Form gefunden, die nichts vom Grauen zeigt und doch alles spüren lässt.

 

VENA

am Mittwoch, 25.06.25, 20:00 Uhr

Mutterschaft zwischen Crystal Meth, Bindungssehnsucht, Hoffnung und Resignation
vorgestellt von Daniel Nakhla und Edeltraud Tilch-Bauschke

D 2024 | Regie: Chiara Fleischhacker | 120 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Emma Nova, Paul Wollin, u.v.a.

Jenny liebt ihren Freund Bolle, mit dem sie ein Kind erwartet. Was für andere das größte Glück bedeutet, löst in Jenny ambivalente Gefühle aus, denn das Leben hat ihr zuvor viel zugemutet. Sie ist mit der Justiz und dem Jugendamt aneinandergeraten und ihre Beziehung mit Bolle leidet zunehmend unter der Drogenabhängigkeit der beiden. Als ihnen die Familienhebamme Marla zugewiesen wird, reagiert Jenny zunächst abweisend. Doch wider Erwarten verurteilt Marla sie nicht, sondern sieht sie als den Menschen, der sie im Kern ist. Jenny beginnt, Marla zu vertrauen. Allmählich fasst sie den Mut, sich ihren Ängsten zu stellen und Verantwortung zu übernehmen – für das neue Leben in ihr, aber vor allem für sich selbst.

Nach ihrem eigenen, preisgekrönten Drehbuch gelingt Chiara Fleischhacker ein bemerkenswertes Spielfilmdebüt voller emotionaler Wucht, Hoffnung und Zärtlichkeit. Neuentdeckung Emma Nova spielt phänomenal an der Seite des nicht minder beeindruckenden Paul Wollin.

 

vorherige Filme der Reihe:

 

INGEBORG BACHMANN - Reise in die Wüste

am Mittwoch, 26.03.25, 20:00 Uhr

"Wir haben es nicht gut gemacht!". Tableau einer Beziehung.
vorgestellt von Angelika Gilliard

D/A/CH/LUX 2023 | Regie: Margarethe von Trotta | 110 Min. | FSK 6
Darsteller*innen: Vicky Krieps, Ronald Zehrfeld

Als sich Ingeborg Bachmann (VICKY KRIEPS) und der Schweizer Schriftsteller Max Frisch (RONALD ZEHRFELD) 1958 in Paris begegnen, ist es der Anfang einer leidenschaftlichen und zerstörerischen Liebesgeschichte. Vier Jahre lang führen beide eine aufreibende Beziehung, die in Paris beginnt und über Zürich nach Rom führt. Doch künstlerische Auseinandersetzungen und die verschlingende Eifersucht von Max Frisch beginnen, die Harmonie allmählich zu zerstören. Jahre später lässt Ingeborg Bachmann die Erinnerung an ihre Liebe zu Max Frisch nicht los. Bei einer Reise in die Wüste versucht sie, ihre Beziehung zu Max Frisch zu verarbeiten und sich langsam davon zu lösen.

Nach Rosa Luxemburg und Hannah Arendt widmet sich Margarethe von Trotta in INGEBORG BACHMANN – REISE IN DIE WÜSTE erneut einer weiblichen Lichtgestalt des 20. Jahrhunderts: Unverändert gilt die österreichische Lyrikerin, die 1973 im Alter von nur 47 Jahren unter tragischen Umständen aus dem Leben schied, als eine der bedeutendsten Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Mit Vicky Krieps (CORSAGE, BERGMAN ISLAND) und Ronald Zehrfeld (BARBARA) in den Hauptrollen, zeichnet von Trotta nach eigenem Drehbuch die toxische Beziehung von Ingeborg Bachmann und dem Schweizer Literaten Max Frisch nach, in einem ebenso eleganten wie aufwühlenden Film, der unter großem Aufwand in sechs Ländern entstand.

 

MORGEN IST AUCH NOCH EIN TAG

am Mittwoch, 26.02.25, 20:00 Uhr

Tragikomödie über den langen Weg aus häuslicher Gewalt im Italien der Nachkriegszeit
vorgestellt von S. Ameskamp

I 2023 | Regie: Paola Cortellesi | 118 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Paola Cortellesi, Valerio Mastandrea, Romana Maggiora Vergano, Emanuela Fanelli, Giorgio Colangeli, Vinicio Marchioni, Francesco Centorame

Rom, 1946 nach der Befreiung vom Faschismus. Delia (Paola Cortellesi) ist die Frau von Ivano (Valerio Mastandrea) und Mutter dreier Kinder. Zwei Rollen, in die sie sich voller Hingabe fügt. Obendrein bessert sie die Haushaltskasse mit vielen kleinen Hilfsarbeiten auf, um die Familie über Wasser zu halten. Ivano hingegen fühlt sich berechtigt, alle daran zu erinnern, wer der Ernährer ist. Nicht nur mit Worten. Körperliche und psychische Gewalt gehören für Delia zum Alltag. Bis ein mysteriöser Brief eintrifft, der ihr den Mut gibt, alles über den Haufen zu werfen und sich ein besseres Leben zu wünschen, nicht nur für sich selbst …

 

POOR THINGS

am Mittwoch, 29.01.25

Start Vorprogramm: 19:45 Uhr | Vortrag: 20:00 Uhr | anschließend Filmstart

 

Weibliche Coming of Age-Geschichte in Form eines feministischen Frankensteinmärchens

Vorgestellt von B. Thebaldi (Gastreferent aus Frankenthal)

USA 2023 | Regie: Yorgos Lanthimos | 142 Min. | FSK 16
Darsteller*innen: Emma Stone, Willem Dafoe, Mark Ruffalo, u.a.

Von Filmemacher Yorgos Lanthimos und Produzentin Emma Stone kommt die phantastische Geschichte von Bella Baxter (Emma Stone), einer jungen Frau, die von dem ebenso brillanten wie unorthodoxen Wissenschaftler Dr. Godwin Baxter (Willem Dafoe) von den Toten zurück ins Leben geholt wird. Unter Baxters Anleitung und Schutz ist Bella begierig, zu lernen. Sie ist hungrig auf das Leben und die Lebenserfahrung, die ihr fehlt. Mit Duncan Wedderburn (Mark Ruffalo), einem raffinierten und verrufenen Anwalt, bricht sie zu einem rasanten Abenteuer über die Kontinente auf. Sie befreit sich immer mehr von den Zwängen und Vorurteilen ihrer Zeit und wächst zunehmend in ihrer Entschlossenheit, für Gleichheit und Freiheit einzutreten.

 

FREUD - Jenseits des Glaubens

Preview am Sonntag, 15.12., 11:00 Uhr, Gloria

Zusatzvorstellung im Rahmen der Filmreihe "Psychoanalyse & Film". Filmeinführung von E. Tilch-Bauschke.

Der Vater der Psychoanalyse zwischen Aufklärung und Abwehr.

GB,IRL,USA 2023 | Regie: Matthew Brown | 110 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Anthony Hopkins, Liv Lisa Fries, Matthew Goode

London, 3. September 1939. Soeben ist der Zweite Weltkrieg ausgebrochen. Sigmund Freud (ANTHONY HOPKINS) ist mit seiner Tochter Anna Freud (LIV LISA FRIES) vor dem Nazi-Regime aus Wien geflohen. Anna, selbst Psychoanalytikerin, unterstützt ihren Vater bedingungslos, kämpft aber auch um die Anerkennung ihrer eigenen Bedürfnisse. Wenige Tage vor seinem Tod stattet ein Gelehrter vom College der University of Oxford Freud einen Besuch ab: C.S. Lewis (MATTHEW GOODE), der später mit „Die Chroniken von Narnia“ Weltruhm erlangen wird. An diesem Tag liefern sich zwei große Denker des zwanzigsten Jahrhunderts einen kontroversen Diskurs über Liebe, den Glauben, die Zukunft der Menschheit und die für sie alles entscheidende Frage: Gibt es einen Gott?

Basierend auf einem fiktiven Treffen zweier großer Denker verwebt FREUD – JENSEITS DES GLAUBENS Vergangenheit, Gegenwart und Fantasie und bricht aus der Enge von Freuds Arbeitszimmer auf zu einer dynamischen Reise mit Gesprächen über das Diesseits und das Jenseits. Aus dem historischen Moment des Films heraus spiegeln sich auch aktuelle Konflikte wider. Zwei berühmte Intellektuelle versuchen, den freien Willen, den Glauben und die Sterblichkeit zu erkunden, und trotz scheinbar unüberbrückbarer Differenzen finden sie eine Verbindung zueinander.

 

WUNDERSCHÖN

am Mittwoch, 27.11.24, 20:00 Uhr

5 Frauen zwischen Körperfrust, falschen Schönheitsidealen und Selbstoptimierungsdruck

vorgestellt von C. Pop

D 2020 | Regie: Karoline Herfurth | 130 Min. | FSK 6
Darsteller*innen: Karoline Herfurth, Nora Tschirner, Martina Gedeck, Emilia Schüle, Dilara Aylin Ziem, Joachim Król, Friedrich Mücke, Maximilian Brückner

 

FBW Filmbewertung: Prädikat besonders wertvoll

Beschwingt erzählter und liebevoll beobachteter Episodenfilm mit lebensbejahender Botschaft.

Der neue Film von Karoline Herfurth erzählt von fünf Frauen, die jede für sich eine Antwort auf die Frage suchen, was Schönheit eigentlich ist. Und welche Bedeutung sie in unserem Leben einnimmt. Auf leichtfüßige Art gelingt Karoline Herfurth ein berührender und hoch unterhaltsamer Blick auf eine ewige Frage.

In ihrer nunmehr schon dritten Regiearbeit blicken Karoline Herfurth und ihre Co-Autorinnen Lena Stahl und Monika Fäßler auf das ewige Thema Schönheit. Mit Augenzwinkern, einer genauen Beobachtungsgabe für die Realität und einer großen Portion Sensibilität zeigt der Film fünf Frauen, die in verschiedenen Abschnitten ihres Lebens stehen und sich nicht schön genug, nicht glücklich genug oder nicht erfolgreich genug fühlen. Mit großer Sensibilität blickt Herfurth auf ihre Protagonistinnen und zeigt die Unsicherheit und Verletzlichkeit, die hinter jeder einzelnen Figur steckt. Als Ensemblefilm bringt WUNDERSCHÖN alle Hauptdarsteller*innen in loser Verknüpfung zusammen und entwickelt dabei fünf einzelne starke Erzählungen, die allesamt überzeugen. Um für junge Generationen eine inspirierende und positive Botschaft zu setzen, etabliert der Film mit der großartigen Nora Tschirner eine unkonventionelle Lehrerin, die den jungen Menschen beibringt, dass ein Mensch soviel mehr ist als nur Äußerlichkeiten. Die Spielfreude des mit Martina Gedeck, Emilia Schüle, Joachim Król, Friedrich Mücke und Maximilian Brückner hochkarätig besetzten Ensembles sprüht förmlich Funken und man spürt in jeder Szene, wieviel Freude das Team am Set gehabt haben muss. Karoline Herfurths WUNDERSCHÖN hat alle Zutaten für einen überaus unterhaltsamen Kinoabend: Eine große Portion Humor und Romantik, ein genauer Blick auf das Leben, mit dem sich Zuschauer identifizieren können und einer positiven lebensbejahenden Botschaft, die man beschwingt aus dem Kino hinaus in die Welt tragen kann.

 

ANATOMIE EINS FALLS

am Mittwoch, 30.10.24, 19:30 Uhr

Vom trügerischen Wesen der Wahrheit. Beziehungsdrama und Prozessthriller

vorgestellt von A. Engellandt-Schnell und K. H. Schnell (Rechtsanwalt für Strafrecht)

F 2023 | Regie: Justine Triet | 150 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Sandra Hüller, Swann Arlaud, Milo Machado Graner, Antoine Reinartz, Samuel Theis

Sandra, eine deutsche Schriftstellerin, ihr französischer Ehemann Samuel und ihr Sohn Daniel leben in einem kleinen Ort in den französischen Alpen. An einem strahlenden Tag wird Samuel am Fuße ihres Chalets tot im Schnee gefunden. War es Mord? Selbstmord? Oder doch nur ein tragischer Unfall? Der Polizei erscheint Samuels plötzlicher Tod verdächtig, und Sandra wird zur Hauptverdächtigen. Es folgt ein aufreibender Indizienprozess, der nach und nach nicht nur die Umstände von Samuels Tod, sondern auch Sandras und Samuels lebhafte Beziehung im Detail seziert. Beim diesjährigen Festival von Cannes wurde Justine Triet – als dritte Frau in der Geschichte des Festivals – für ANATOMIE EINES FALLS mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Im Ringen um die Frage, was wirklich geschah, entspinnt Triet auf raffinierte Weise ein packendes Beziehungsdrama, das die Widersprüche im Privaten der harten Realität des Justizsystems gegenüberstellt. Sandra Hüller glänzt erneut mit ihrem außergewöhnlichen und höchst nuancierten Spiel in einer äußerst komplexen Roll.

 

SENECA

am Mittwoch, 25.09.24, 20:00 Uhr

Eine bitterböse filmische Satire über Macht, Opportunismus und einen epochalen Heuchler.

vorgestellt von Rolf Zimmer

D 2022 | Regie: Robert Schwentke | 112 Min. | FSK 16
Darsteller*innen: John Malkovich, Tom Xander, Louis Hofmann, Andrew Koji, Julian Sands, Geraldine Chaplin, Alexander Fehling, Lilith Stangenberg, Mary-Louise Parker, Samuel Finzi, Wolfram Koch, Samia Chancrin

Als Ziehvater und Vordenker des späteren Kaisers Nero ist Seneca maßgeblich am Aufstieg des selbstgefälligen jungen Tyrannen beteiligt. Der Philosoph, bekannt für seine großen Reden über Verzicht und Milde, gehört selbst zu den reichsten Männern im alten Rom. Doch als eines Tages der Schüler seines Lehrers überdrüssig wird, befehligt Nero Seneca, sich selbst zu töten. Ist Seneca bereit für einen ehrenhaften Freitod oder bleibt noch etwas Zeit für ein paar philosophische Ausschweifungen und spitzzüngige Lektionen?
 

Nach seinem packenden Weltkriegsdrama "Der Hauptmann" widmet sich Regisseur Robert Schwentke in dieser tiefschwarzen Komödie den letzten Tagen des römischen Philosophen Seneca und den Anfängen von Kaiser Neros despotischem Reich. Ein wahnwitziger Ritt in eine Welt maßloser Macht, in der Opportunismus und Eitelkeit den moralischen Kompass bestimmen. Zum hochkarätigen Ensemble zählen neben Neuentdeckung Tom Xander als Herrscher Nero Geraldine Chaplin, Julian Sands, Mary-Louise Parker, Louis Hofmann, Lilith Stangenberg und Alexander Fehling – angeführt von einem fulminanten Hauptdarsteller: John Malkovich als Seneca ist eine Wucht!

 

A THOUSAND AND ONE

Psychoanalyse & Film am Mittwoch, 26.06.24, 20:00 Uhr, engl. OmU

Eine harte, aggressive und doch zärtliche Mutter-Sohn-Geschichte in dem von Armut und Rassismus geprägten New York der Jahrtausendwende.

vorgestellt von A. Gilliard

USA 2023 | Regie: A.V. Rockwell | 117 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Teyana Taylor, Josiah Cross, William Catlett, u.a.

Hauptgewinner beim Sundance Film Festival: Großer Preis der Jury

A THOUSAND AND ONE ist eine mitreißende Hommage an den unerschütterlichen Glauben an ein besseres Leben im Angesicht systemischer Ungerechtigkeit im pulsierenden New York der Neunzigerjahre.

Die eigenwillige und unkonventionelle Inez (Teyana Taylor) entführt ihren sechsjährigen Sohn aus seinem New Yorker Pflegeheim. Gemeinsam versuchen sie, ein neues Gefühl für Identität und Stabilität zu finden und dabei ihr Geheimnis zu bewahren.

Mit A THOUSAND AND ONE gibt die aufstrebende Filmemacherin A.V. Rockwell ihr atemberaubendes Spielfilmdebüt. Nach eigenem Drehbuch erzählt sie die bewegende Geschichte einer alleinstehenden Woman of Color in New York City, die sich und ihrem Sohn ein sicheres Zuhause aufbauen will und miterleben muss, wie Gentrifizierung sie zu Außenseitern in ihrem eigenen Viertel werden lässt. In der Hauptrolle beindruckt die gefeierte R&B-Musikerin Teyana Taylor. Bei der Weltpremiere im Wettbewerb des Sundance Film Festival wurde der Film von Presse und Publikum euphorisch gefeiert und später mit dem Hauptpreis, dem Grand Jury Award, ausgezeichnet.

 

DIE STILLEN TRABANTEN

Psychoanalyse & Film am Mittwoch, 29.05.24, 20:00 Uhr

Von Menschen am Rande der Gesellschaft, ihren Versuchen Nähe zuzulassen und von kurzen Momenten des Glücks.
vorgestellt von S. Ameskamp

D 2022 | Regie: Thomas Stuber | 120 Min. | FSK 12
Darsteller*innen:
Martina Gedeck,Nastassja Kinski,Peter Kurth,Charly Hübner

Es sind leise Begegnungen am Rande der Stadt, die abseits der Großstadtlichter die Schwere des Alltags für einen Moment vergessen lassen. Nacht für Nacht kehren die Unscheinbaren an die Orte ihrer Sehnsucht zurück: Imbissbesitzer Jens verliebt sich bei der nächtlichen Zigarette im Treppen haus in seine Nachbarin Aischa, während Wachmann Erik auf seinem Routine-Rundgang durch das Ausländerwohnheim Gefühle für die junge Marika entwickelt. Auch Reinigungskraft Christa sucht nach Ende ihrer Schicht Trost an der Seite von Friseurin Birgitt. Drei Geschichten, ein gemeinsamer Wunsch: ein Funken Liebe, ein Hauch von Zuneigung und das Gefühl der Geborgenheit.

 

IM TAXI MIT MADELEINE

Psychoanalyse & Film am Mittwoch, 24.04.24, 20:00 Uhr

Ein Roadmovie der besonderen Art. Eine Taxifahrt durch Paris wird zum Rückblick auf ein bewegtes und bewegendes Leben.

vorgestellt von B. Banholzer

F 2022 | Regie: Christian Carion | 92 Min. | FSK 12
Darsteller*innen:
Line Renaud, Dany Boon, u.a.

Es ist ein Tag wie jeder andere für Charles, der als Taxifahrer in Paris unterwegs ist. Bis er die 92-jährige Madeleine abholt, die er in ein Seniorenheim bringen soll. Aber die Fahrt dauert länger, als gedacht, weil Madeleine einige Orte ihrer Vergangenheit wiedersehen will. Der Film spielt nicht ausschließlich im Taxi, da es auch Rückblicke auf Madeleines Leben in den 1940er, 1950er und 1970er Jahren gibt. Aber die prägnantesten Szenen finden in diesem Taxi statt, weil Line Renaud und Dany Boon so wunderbar miteinander harmonieren. (programmkino.de)